Die diesjährige Europameisterschaft im Kanu-Freestyle fand an der Neitikoski-Welle im finnischen Nordkarelien statt. Für die drei Starter der Kajakgruppe des DAV Kaufbeuren-Gablonz – Sonja und Lucia Hacker sowie Sebastian Nelle – begann das Abenteuer jedoch bereits lange vor dem ersten Wettkampflauf. Von der Kleinstadt Lieksa aus führte eine kleine Straße rund 30 km durch dichte Wälder zum Campingplatz nahe der russischen Grenze. Auf der abgelegenen Strecke wurden auch mehrfach Bären gesichtet. Die internationale Kanu-Freestyle-Gemeinschaft genoss das ungewöhnlich ruhige Wettkampfcamp mit finnischer Sauna und Badesee, mitten in der Wildnis.
Beim Kanu-Freestyle werden Figuren wie Drehungen und Überschläge auf einer stehenden Welle oder Walze im Fluss ausgeführt. Diese werden entsprechend ihres Schwierigkeitsgrades und der Ausführung mit unterschiedlich hohen Punktzahlen bewertet.
Den Auftakt machten die Kajak-Wettbewerbe (K1) der Damen mit 26 Teilnehmerinnen. Für die beiden Schwestern Sonja und Lucia Hacker reichte es zwar nicht für den Einzug ins Halbfinale, dennoch waren die beiden mit Rang 14 und 15 sichtlich zufrieden. Sonja Hacker lag dabei mit 140,0 Punkten im bester ihrer drei Läufen nur 3,3 Punkte hinter ihrer großen Schwester Lucia und zeigte eindrucksvoll, wie stark sie sich im vergangenen Jahr entwickelt hat.
Am folgten Tag standen die Vorläufe im Canadier (C1) auf dem Programm. Im Gegensatz zum Kajak (K1), in welchem man sitzend mit einem Doppelpaddel fährt, kniet man im C1 und benutzt ein Stechpaddel mit nur einem Paddelblatt, was deutlich anspruchsvoller ist. Bei den Herren ging der Wahlallgäuer Sebastian Nelle vom KC Limburg an den Start. Im stark besetzten Feld gelang ihm mit 720 Punkten im besten seiner drei Läufe Platz 4 und damit souverän der Einzug ins Finale. Hier konnte er sich zwar auf 886,6 Punkte verbessern, was aber leider nur für den undankbaren 4. Rang reichte.