Skihochtour ins Berner Oberland

Gruppe PUMA unterwegs

11.05.2026

Wir nutzten das lange Wochenende vom 1.-3.5.2026 aus, um nochmal auf Skihochtour zu gehen. Dafür machten wir uns um 3 Uhr in der früh auf den Weg ins Berner Oberland zum Räterichbodenstausee. Dort wartete schon die erste positive Überraschung: ausreichend Schnee bis zum Parkplatz, sodass wir direkt mit Ski starten konnten – ein Luxus, der vor allem diesen Winter nicht selbstverständlich ist.

Der Aufstieg über die Oberen Bächlilücke hatte es dann allerdings ordentlich in sich. Zwischenzeitlich fühlte sich das Ganze weniger nach Genuss und mehr nach einer mobilen Sauna mit Ski an. Dafür wurden wir mit einer traumhaften Firnabfahrt zum Gaulisee belohnt. Von hier blieb noch ein etwas unangenehmer Anstieg zur Gaulihütte in sehr unübersichtlichem, von Gletscher zerklüftetem Gelände mit Wechseln von viel und wenig Schnee. Erschöpft kamen wir am späten Nachmittag an der wunderschönen Gaulihütte an und konnten die Sonne noch kurz auf der Terrasse genießen. Nach dem Abendessen ging es dann recht schnell ins Bett, denn am nächsten Tag hieß es wieder 3 Uhr aufstehen, denn ein weiterer langer Tag stand uns bevor.

Zunächst führte die Route erneut durch unübersichtliches Gelände, bevor wir auf den Gauligletscher abfahren konnten. Dort erinnert noch heute einiges an die Notlandung eines amerikanischen Militärflugzeugs im Jahr 1946. Durch die Gletscherschmelze tauchen immer wieder Teile des Flugzeugs aus dem Eis auf Weiter ging es zur westlichen Wetterlimi und von dort nach einer kurzen Abfahrt wieder hoch über den Wellhornsattel und weiter zu unserem Ziel, dem Wetterhorn. Die letzten Meter auf den knapp 3700 Meter hohen Gipfel legten wir zu Fuß zurück. Oben wurden wir von einer grandiosen Aussicht vom Schreckhorn über Eiger und Mönch bis weit hinunter nach Grindelwald belohnt.

Zu lange wollten wir am Gipfel aber nicht verweilen, denn uns erwartete noch eine Abfahrt über den sehr spaltigen Rosenlauigletscher. Wir erwischten wieder den perfekten Firn und kamen am frühen Nachmittag an unserer Unterkunft, dem Rosenlauibiwak, an. Dort konnten wir den sonnig warmen Nachmittag auf der netten kleinen Terrasse genießen. Am nächsten Tag erwartete uns nur noch die Abfahrt, die nach einigen dreckigen Lawinenkegel-Querungen in „Wandern in Skischuhen und Ski am Rücken“ überging. Da leider ab Rosenlaui der Bus nur im Sommer verkehrt, hieß es für uns, die 8 km nach Meiringen rauszulaufen. Per Anhalter, Bus, Bahn und Taxi konnten wir schließlich das Auto wieder holen und nach dem sehr gelungenen, sonnig warmen, aber auch sehr anstrengenden Wochenende die Heimfahrt antreten.

Text und Bilder: Vera Langguth