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JUMA Hochtourenkurs 2020

Freitag, 6:00 Uhr Kletterzentrum. Material verteilen, Material checken und los ging es mit Ziel Silvretta-Stausee, Bielerhöhe. Für die sieben Teilnehmer*innen stand ein dreitätiger Einblick in die Welt der Hochtouren auf dem Programm.

Auf der Bielerhöhe angekommen hieß es dann von Motorbetrieb auf Laufbetrieb umzustellen. Rund 400 hm waren dabei zu bezwingen bis wir auf der Wiesbadener Hütte auf 2443 m ankamen.

Bevor die Teilnehmer sich mit Kaiserschmarrn eindecken konnten, folgte schnell der erste Input. In gemütlichem Beisammensein neben der Hütte wurde die Gruppe an die Thematik Hochtouren und Gletscher herangeführt, Erwartungen abgefragt und die Ausrüstung von Kopf bis Fuß durchgesprochen. Anschließend durften die Teilnehmer die grundlegenden Knoten selbst legen und üben. Im Blockgelände konnte dann noch wunderbar die Lose Rolle geübt werden, eine Spaltenbergungsmethode, um den in der Spalte verschwunden Partner schnell wieder mittels einfachem Flaschenzug an die Oberfläche zu befördern. Und schon war die Zeit auch schon vorüber und das 3-Gänge-Menü und der langsame aber sichere Gang in die Traumwelt stand auf dem Plan.

Am Samstag hieß es dann erstmal Anstehen für das Frühstück. Nach erledigter Nahrungsaufnahme und mit etwas verzögern trudelten alle am vereinbarten Treffpunkt ein. Los ging es dann Richtung Dreiländerspitze und den dortigen Gletscherresten. Es folgte für die meisten das erste Mal Gehen mit Steigeisen, nach einer kurzen Einheit im Firn, um die Unterschiede ausmachen zu können. Vertikalzackentechnik im flachen Gelände, laufen und Hüpfen im Eispickelparkour. Das Gefühl für die Eisen und deren Halt musste her. Und wie dreht man nun diese Eisschraube da rein? Und das hält? Mal mindestens wie ein Bohrhaken im guten Eis. Aha!

Nach kurzer Pause und einem kleinen Ortswechsel ging es dann in etwas steileres Gelände. Zunächst wieder die Vertikalzacken alle in das Eis und anschließend kamen auch die Frontalzacken zum Einsatz. Und was ist eigentlich, wenn kein Eis vorhanden, sondern nur Schnee um einen Fixpunkt zu legen? Dann muss man seinen Pickel gekonnt vergraben! Auch das hält. Aha! Also hieß es graben und vergraben. Da wird es einem auch mollig warm dabei.

Als Nächstes stand dann der kurze Aufstieg zur Ochsenscharte bevor, auf der Suche nach einer Spalte in der wir uns versenken konnten. Zwar keine Spalte, aber immerhin ging es gut weit runter auf der anderen Seite der Scharte. Nachdem das Gelände von Claudius am Seil hängend inspiziert wurde, konnte die Spaltenbergungsübung eingerichtet werden. Leider tat sich bereits das angesagte Gewitter am Himmel auf, sodass diese nicht in vollen Zügen genossen worden konnte. Doch die Teilnehmer merkten schnell, dass die angenehme Übung vom Vortag mit viel Schnee sich doch noch einmal ganz anders darstellte. Einschlafende Beine bei den im Abgrund hängenden Kollegen, in den Schnee einschneidende Seile und wo muss nochmal welcher Knoten gesetzt werden?!

Bevor alles in Ruhe bereinigt werden konnte, hieß es dann jedoch sich dem aufziehenden Wetter zu beugen und lieber zu früh als zu spät zur Hütte zurück zu kehren. Und siehe da, außer ein paar Tröpfchen gaben die dunklen Wolken dann doch nichts weiter her – und damit noch ausreichend Zeit für einen Kaiserschmarrn auf der Terrasse mit spontanem Besuch von Sophie und Johanna, zweier auf der Bielerhöhe nächtigenden JUMA-Mitgliedern.

Vor dem nächsten 3-Gänge-Menü wurde dann die Situation an der Scharte noch einmal reflektiert. Anschließend wurde noch der Klettergarten in der Nähe der Hütte für den nächsten Tag inspiziert. Und als später die Hütte bezahlt war, ging es auch schnell ins Bett. Am nächsten Tag sollte das Wetter noch früher ungemütlich werden.

Dem Interesse der Teilnehmer*innen folgend wurde dann noch im Klettergarten die Selbstrettung einstudiert. Ins Seil hängen, hochprusiken und dann noch diese komische Gardaklemme einhängen, um über den in diesem Fall nichtexistierenden Spaltenrand zu kommen.

Danach ging es auf die Suche nach einem Schneefeld. Denn einen Sturz in Firn und Eis abzubremsen will gelernt sein, so nass das auch sein mag. Und siehe da. Ein Stück hinter dem Radsattel tat sich ein passendes, steiles Feld auf und dann hieß es mit viel Überwindung ab die Post. Erst auf dem Hintern, dann mit Schwung und als Königsdisziplin mit dem Kopf voraus in Rückenlage! Abschließend dann noch die Pickelbremse und Bremsen auf den Knien, wenn man imaginäre Steigeisen trägt. Eins war sicher, alles war nass und dann kam das Nass auch noch von oben. Herrlich!

Nach der Abschlussrunde klangen die lehrreichen Tage dann beim Rückweg zur Bielerhöhe aus.

Vielen Dank an alle für das schöne Wochenende und an den Verein für Leihausrüstung und den schicken Vereinsbus!

Text: Marvin Hausmann Bilder: Patrick Hollmann, Patrick Hausmann, Christine Cornelißen, Marvin Hausmann