Hacker Mädels erfolgreich in Amerika

02.11.2023

Für die Schwestern Lucia (22) und Sonja (18) Hacker vom DAV Kaufbeuren-Gablonz ging es Anfang Oktober in die USA zur Weltmeisterschaft im Kanu-Freestyle in Columbus.

Hierbei werden Figuren wie Drehungen und Überschläge auf einer stehenden Welle oder Walze im Fluss ausgeführt. Diese werden entsprechend ihres Schwierigkeitsgrades und der Ausführung mit unterschiedlich hohen Punktzahlen bewertet. Dafür ist eine sehr gute Beherrschung des Kajaks im Wildwasser und eine absolut sicher Eskimorolle Voraussetzung.

Die Wettkampfstelle in Columbus ist eine sehr große schnelle Welle auf welcher ungefähr 500 Kubikmeter pro Sekunde hinunter fließen. In Mitteleuropa ist so etwas selten zu finden und die beiden Paddlerinnen trainieren üblicherweise an viel kleineren Walzen. Beim 2-wöchigen Training in Columbus hieß es daher, sich erst einmal mit der riesigen Wasserwucht und Geschwindigkeit vertraut zu machen.

Lucia hatte sich gleich für zwei Bootsklassen qualifiziert. Neben dem Kajak (K1) bei welcher man sitzend mit einem Doppelpaddel fährt, kniet man im geschlossenen Canadier (C1) im Boot und benutzt ein Stechpaddel, was deutlich anspruchsvoller ist.

 

Im Canadier kämpften aller Paddlerinnen damit, überhaupt auf die Welle zu kommen und sich dort zu stabilisieren. Sogar Spitzenpaddler wie die Weltmeisterin Ottilie Robinson Shaw wurden teilweise einfach nur rückwärts durch die Welle gespült. Lucia hatte kein Glück und beendete ihren Wettkampf mit 0 Punkten.

Etwas besser, aber trotzdem unbefriedigend lief es für Lucia im Kajak. Sie versuchte gleich im ersten Lauf mit schweren Tricks zu punkten, was leider nicht gelang. Bei ihren weiteren Läufen konnte sie noch 21,67 Punkte erreichen und landete auf Platz 34.

Deutlich besser lief es für Schwester Sonja, welche dieses Jahr das letzte Mal in der Juniorenklasse starten konnte. Bei zwei von drei Läufen konnte sie ihr Boot sauber auf der Welle stabilisieren und Drehungen fahren. Dafür gab es 10 Punkte und Platz 18. Mit diesem Ergebnis ist Sonja die beste deutsche Juniorin. Sie hat damit ihr Ziel erreicht und ist überglücklich. Diese Platzierung ist ein voller Erfolg bei ihrer ersten Teilnahme auf einer Weltmeisterschaft.

Dabei hatte es nicht ganz so gut begonnen:

Lucia und Sonja sind mit Startschwierigkeiten in Amerika angekommen. Nachdem das gesamte Gepäck irgendwo auf dem Flug verloren ging, kamen die beiden mitten in der Nacht in Columbus an. Das sorgte natürlich für mächtig Aufregung, hatte aber den Vorteil, dass sie bei ihrer nächtlichen Wanderung durch Columbus auf der Suche nach einem Schlafplatz nicht schwer tragen mussten. Am folgenden Tag kam dann alles – sowohl Mädchen, wie auch Gepäck unbeschadet im Motel in Columbus an und alle waren glücklich.

Auf Grund der Trockenheit gibt es an der Wettkampstelle „Good Wave“ leider nur wenige Stunden am Tag genug Wasser zum Paddeln. Das führt zu sehr langen Wartezeiten an der Wettkampfstelle, schließlich wollen alle auf ein und derselben Welle fahren. Trainiert wurde, wenn es gerade genügend Wasser hatte und möglichst wenige Andrang an der Welle herrsche, das war meistens mitten in der Nacht und so wurde kurzerhand zwischen 2:30 Uhr und 5:00 Uhr im Dunkeln gepaddelt.

Diese Woche war dann Nationentraining zu festgelegten Zeiten angesagt. Es zeigte sich, dass die Wettkampfstelle sehr schnell und anspruchsvoll ist. Sogar die geübten Fahrer wurden manchmal einfach nur rückwärts durch die Welle gespült.

Lucia und Sonja hatten bisher noch nie die Möglichkeit auf einer so großen Welle zu fahren, aber inzwischen sind beide stolz darauf, dass schon einige Tricks ganz gut gelingen

Die Eröffnungsfeier fand mit anschließender großer Party statt vor der Beginn der Wettkämpfe.

Start nach Amerika am 23.09.2023

 

Text und Bilder: Andrea Hacker