DAV Sektion Kaufbeuren-Gablonz
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T 55 Gran Paradiso (4061 m) und Ciarforon (3642 m), Grajische Alpen

Die Anfahrt zum Gran Paradiso ist ziemlich weit. Aber trotz längeren Pausen am Genfer See und auf dem Col du Grand St. Bernard kommen wir noch zeitig in Pont im hintersten Val Savararche, einem Seitental des Aostatals, an. Die Wolken haben sich verdichtet, beim Aufstieg zum Rifugio Vittorio Emanuele II (2730m) nieselt es zeitweise. Wie erwartet sind wir natürlich nicht allein; die Hüttenterrasse ist gut belegt. Wir bekommen jedoch die angenehmen 5-Bett-Zimmer und auch das Abendessen in Schichten ist gut organisiert. Hüttenwirt und Hüttenpersonal zeigen sich immer freundlich und meistern den großen Andrang beispielhaft. Zum Frischmachen gibt es die Wahl zwischen warmer Dusche oder dem klaren, aber sehr kalten Hüttensee.

Die erste Tour führt wie geplant zum Ciarforon (3642m), der das Panorama der Hütte dominiert. Über Moränen, Gletscherschliffplatten und schließlich die schrägen Reste des Ghiacciaio del Ciarforon kommen wir zum Einstieg. Die Sonne wechselt sich mit dicken Wolken ab, die uns immer wieder einhüllen. Weil Gletscher und Schnee stark zurück gegangen sind, muss man jetzt schon wesentlich früher in die Felsen ausweichen, mal auf herrlich festen Granitblöcken, mal durch bröselige Rinnen. Insgesamt ein anspruchsvoller Anstieg. Zum Glück sind alle in diesem Gelände sicher und gewandt unterwegs. Auf halbem Kletterweg wird es kalt, neblig und der Wind nimmt zu. Am Gipfel haben wir keine Sicht. Dafür wird es im Abstieg wieder freundlicher, so dass noch Luft für eine Spaltenbergungsübung ist.

Der Start zu unserem Hauptziel, dem Gran Paradiso, verzögert sich am nächsten Tag. Wir warten bis nach sieben Uhr, bis es zu regnen aufhört.

Von den drei möglichen Normalwegen wählen wir den alten und kürzesten durch das Bachbett, von dem sich der Ghiacciaio del Gran Paradiso mittlerweile weit hinauf zurück gezogen hat. Runde glatte Platten und ein paar Blankeis-Hänge sind zu bewältigen. Dann geht es einfacher und sehr aussichtsreich im Schnee weiter, bis uns am Joch unterhalb des Gipfelaufbaus ein starker eisiger Wind entgegen bläst. Eine Aluleiter hilft über den weit klaffenden Bergschrund. Die Gipfelfelsen sind teils vereist. Zur Madonna ist Stau. Schließlich kommen aber alle die letzten ausgesetzten Meter an unserem Fixseil auf den Gipfel (4061m). Für den Abstieg wählen wir den neuen Normalweg über den spaltenreichen Ghiacciaio die Laveciau mit Mont-Blanc-Blick, kurzem Gegenanstieg zum Brotzeitplatz und schließlich über weite Schuttfelder zurück zur Hütte. Nach dem Abendessen (diesmal nicht in Schichten!) spendiert der Hüttenwirt allen einen Grappa.

Am vierten Tag treten wir die lange Heimreise an, mit schönen Erinnerungen an unsere großen Touren in einer starken, fröhlichen und harmonischen Gruppe.